Newsinternational Freitag, 22.07.2011 |  Drucken


Wieder Massenproteste in syrischen Städten nach Freitagsgebeten

Laut unbestätigten Meldungen sollen knapp eine Millionen Menschen gegen das Regime auf die Strasse gegangen sein

Tausende protestieren im Zentrum vor der Alhasan-Moschee in Damaskus. So jedenfalls will es ein Video der Opposition vermitteln. Sicherheitskräfte haben Teile der syrischen Hauptstadt abgeriegelt. Von Durchsuchungen, Verhaftungen, Strom- und Telefonsperren berichten Oppositionelle. Nachprüfbar ist das nicht. Syrien hindert ausländische Journalisten an der Einreise.

Mehr als vier Monate nach Beginn des Aufstandes gegen Präsident Baschar el Assad sind in Syrien erneut hunderttausende Regierungsgegner auf die Straßen gegangen. Nach dem Freitagsgebet gab es in mehreren Städten erneut zahlreiche Kundgebungen, allein in Deir Essor und Hama kamen laut Aktivisten mehr als eine Million Menschen zusammen. Mindestens zwei Demonstranten wurden demnach in Homs und Aleppo getötet.

Immer mehr Demonstranten strömten auf den Platz Hurriat in Deir Essor, sagte der Vorsitzende der in London ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Es seien bereits mehr als 400.000. Auch in der Stadt Hama seien Hunderttausende auf den Straßen.

Die Menge in Deir Essor fordere lautstark den Abtritt der Regierung und bekunde Solidarität mit den Menschen in Homs, sagte Rahman. In Homs waren seit Montag 22 Menschen von Regierungsanhängern erschossen worden, wie Aktivisten berichteten. Auch am Freitag wurde dort ein Demonstrant von Sicherheitskräften erschossen, wie Abdel Karim Rihaui von der syrischen Menschenrechtsliga sagte. In Aleppo sei ein Demonstrant von Assad-Anhängern erstochen worden.

Seit Beginn der Proteste Mitte März kamen Nichtregierungsorganisationen zufolge beim gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte landesweit mehr als 1400 Zivilisten ums Leben. Tausende Syrer wurden festgenommen.

Frankreich verurteilte die Gewalt gegen Demonstranten in Homs "auf das Schärfste". Außenamtssprecher Bernard Valero sagte in Paris, "in Homs regiert weiter Terror". Die französische Regierung sei darüber in "tiefer Sorge" und verurteile die "andauernde Repression durch die syrischen Behörden".



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