Folgen-fuer-muslime Samstag, 27.10.2001 |  Drucken

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Ankündigung der Brandattacke auf Moschee in Wolfsburg: Politiker fordern hartes Durchgreifen gegen den Täter

"Richten Sie Herrn Kodja aus, dass seine Moschee, wenn sie gebaut werden sollte, gleich wieder warm abgerissen wird."


Der Drohanruf bei der WAZ (Wolfsburger Allgemeine Zeitung), das Islamische Zentrum werde gleich nach dem Bau abbrennen, hat die Polizei auf den Plan gerufen. "Schon die Ankündigung einer solchen Straftat ist strafbar", so Polizei-Sprecher Klaus-Dieter Stolzenburg. Gestern nahm die Kripo die Ermittlungen auf.

"Richten Sie Herrn Kodja aus, dass seine Moschee, wenn sie gebaut werden sollte, gleich wieder warm abgerissen wird." Dem Sprecher dieser Worte (WAZ berichtete) ist die Kripo nun auf den Fersen. Bedrohung, Nötigung, Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat - all das kann dem Anrufer vorgeworfen werden. "Zur Not nehmen wir auch einen Staatsanwalt zur Hilfe", so die Kripo.

Mit Wut und Entsetzen reagierten Parteien gestern auf den Drohanruf. Manfred Kolbe (CDU): "Ganz schlimm, da muss man scharf durchgreifen. Gewaltandrohung ist völlig inakzeptabel." Ingolf Lanz (PUG): "Jeder hat das Recht, gegen etwas zu sein, aber nicht mit Gewalt. Solche Anrufer sind Dummköpfe." Ingolf Viereck (SPD): "So was kann man nur mit Abscheu zurückweisen. Das können wir uns nicht bieten lassen, müssen mit der ganzen Härte des Gesetzes dagegen vorgehen."

Axel Bosse (Grüne): "Schlimm. Davon muss sich auch die Bürgerinitiative ganz klar distanzieren." Was Sprecher Jens Knipphals gestern auch machte: "Unsere Bürgerinitiative zeichnet sich dadurch aus, leise Töne anzuschlagen. Mit Sicherheit kommt so etwas nicht aus unseren Reihen."

Was tun? Die meisten Politiker halten nichts davon, auf diese Entgleisung mit einer offenen Bürgerrunde zu reagieren. "Dort kommen solche Leute wahrscheinlich gar nicht hin", sagt Bosse. Sozialdezernent Klaus Mohrs will in Abstimmung mit Oberbürgermeister Rolf Schnellecke eine Initiative starten, in der Promis sich für die Moschee einsetzen. Mohrs ist entsetzt über den Drohanruf: "Ich war immer fürs Islamische Zentrum. Wäre ich dagegen gewesen, wäre ich spätestens nach diesem Vorfall dafür."





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